Amy Waldman, Der amerikanische Architekt Schöffling Verlag
Amy Waldmans Debüt als Romanautorin beginnt mit einem Paukenschlag: im New York des Jahres 2003 entscheidet eine sehr heterogene Jury über die anonymisiert eingereichten Entwürfe für ein Denkmal am Ground Zero. Nach langen Beratungen hat man sich schließlich auf einen Garten als Ort des Gedenkens geeinigt und muss feststellen, dass der Architekt desselben Muslim ist.
Eine öffentliche Diskussion darüber, wer das Recht auf öffentliche Trauer hat, wer nicht und wer die Gedenkstätte für sich reklamieren darf, läuft schnell aus dem Ruder.
Anhand der Schicksale einer Handvoll Protagonisten zeichnet die Autorin ein differenziertes Bild der amerikanischen Gesellschaft nach den Anschlägen; einer Gesellschaft, die ihre eigenen Ideale verrät und so die Chance auf einen gemeinsamen Neuanfang verspielt.
Amy Waldman hat einen sehr gut lesbaren Roman geschrieben, der nachwirkt, lange nachdem man das Buch zugeklappt hat.
Torsten Schulz, Nilowsky Verlag Klett Cotta
Berlin, Mitte der 70-er Jahre. Markus Bäcker (14) wohnt seit Kurzem am Stadtrand zwischen Bahndamm und der Chemiefabrik in der seine Eltern arbeiten. Es ist laut dort, es stinkt und es ist für Markus keine Heimat. Das ändert sich erst als er Reiner Nilowsky kennen lernt, einen charismatischen 17jährigen, der an die Weltrevolution ebenso fest glaubt wie an Voodoo-Zauber um die Liebe zu beflügeln. Er glaubt nämlich auch daran Carola zu heiraten, die angebetete Kindfrau, die allerdings nicht älter als 13 Jahre sein will. Ihre Freundschaft ist bedroht als Markus sich ebenfalls in die undurchschaubare Carola verliebt. Skurrile Charaktere bevölkern Nilowskys persönlichen Kosmos, den man als Leser gemeinsam mit Markus betritt und für eine Weile zu seinem Zuhause macht. Mit viel Zuneigung für seine Figuren erzählt Torsten Schulz von Freundschaft und Liebe, vom Finden und Loslassen und von den Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens.
“Sommer in Maine” von J. Courtney Sullivan Deuticke Verlag
Mitte der 40er Jahre gewinnt Daniel Kelleher ein Strandgrundstück in Maine und baut mit seiner Frau Alice ein Sommerhaus. Die Familie wächst und verbringt gemeinsam unzählige glückliche Sommer im Strandhaus. Fünfzig Jahre später ist Alice verwitwet. Die Kinder und Enkelkinder teilen sich schon länger die Sommermonate so auf, das sie sich nicht begegnen müssen. In diesem Roman erzählen vier Frauen unterschiedlicher Generationen die Geschichte ihres Familienclans, geplatzter und gelebter Träume und streng gehüteter Geheimnisse. Ein Roman wie ein Sommer am Strand mit Familienanschluß!

